Panzram, Carl

           Panzram, Carl    




                                                                                              (USA)   

 










 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Name

Panzram

 

 

 

 

 

 

Vorname

Carl

 

 

 




Carl Baldwin, Jeff Davis, Jefferson Davis
Jefferson Rhodes, Jeff Rhodes, Jack Allen
Jefferson Baldwin, John King, John O'Leary

 

 

Alias 


 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

Tätertyp

Mörder, Brandstifter, Vergewaltiger, Einbrecher

 

 

 

 

                               1891 -1930



 

 











 


 


 

 

 

 
 


Panzrams letzte Zelle in Leavenworth/Kansas

 

Das Gefängnis von Leavenworth

 

 

Geboren

28.06.1891

Geburtsort

Polk County in Minnesota

Opfer

21 Morde und über 1000 Vergewaltigungen, die Zahl der Brandstiftungen ist unbekannt, ebenso die Anzahl der Einbrüche

Ermordet

22 = 21 + 1 (Wärter)

Verletzt

 

Tatorte

Landesweite Straftatausführung und auch außerhalb der USA

Bundesstaat/-land

Gesamte USA, Europa, Westafrika – insgesamt in 30 Ländern

Tatzeitraum

1899 bis 1928

Urteil

Todesurteil

Vollstreckung

05.09.1930 (Tod durch den Strang) in Fort Leavenworth/Kansas im Gefängnis

 

United States Federal Penitentiary

 

Aufenthalte im Gefängnis:  1899; 1903-1905; 1908-1910; 1911; 1913-1915; 1915-1918; 1923; 1923-1928; 1928-1930

Straftat in Kurzform:

Carl Panzram war einer der schlimmsten soziopathischen Schwerverbrecher aller Zeiten: ein Dieb, Einbrecher und Räuber, Brandstifter und brutaler homosexueller Vergewaltiger und ein eiskalter 21-facher Mörder. Er wird oft als der erste amerikanische Serienmörder bezeichnet. Erst durch seine Tagebücher und seine schonungslosen Memoiren, die er in der Isolationszelle schrieb, wurde das gesamte Ausmaß seiner Greueltaten bekannt.
Carl Panzrams Motto lautete:
"Beraubt sie alle, vergewaltigt sie alle und tötet sie alle!"

Weitere Zitate von Carl Panzram:
"In meinem Leben habe ich 21 Menschen umgebracht, ich habe Tausende von Einbrüchen, Raubüberfällen und Diebstählen verübt und zudem beging ich Vergewaltigungen an über 1000 Jungen und Männern. All das tut mir kein bischen leid. Ich habe kein Gewissen, also kümmert es mich nicht. Ich glaube weder an die Menschen, an Gott oder den Teufel. Ich hasse die ganze verdammte Menschheit inklusive mich selbst."

"Ich war so voller Hass, dass es in mir keinen Platz gab für Gefühle wie Liebe, Mitleid, Güte, Ehre oder Anstand."

"Natürlich, ich liebe Jesus jetzt sehr – Ja, ich liebe ihn so verdammt sehr, dass ich ihn am liebsten noch einmal kreuzigen würde."

"Ich wünschte die gesamte Menschheit hätte einen Hals und ich hätte meine Hände darum."

"Mir tut nur leid, dass ich nicht tot geboren oder dass ich überhaupt geboren wurde."


Carl Panzram wurde als Sohn preußischer Einwanderer im ländlichen Minnesota geboren. Die Eltern besaßen eine kleine Farm, die kaum das Nötigste zum Leben abwarf, deshalb wurden auch die Kinder schon früh für die harte Feldarbeit eingespannt. Der Vater trank und verließ die Familie eines Tages als Carl ca. 7 Jahre alt war. Seine Mutter versuchte die Farm zu retten, indem sie noch mehr schuftete und dies auch von den Kindern verlangte. Carl Panzram war ein schwieriges Kind, er log und stahl und wurde dafür von seinen Brüdern regelmäßig verdroschen. Mit 8 Jahren betrank er sich und legte Brände, dies führte dazu, dass er unweigerlich in einem christlichen Erziehungsheim ("reform school) landete. Hier herrschten strenge Regeln, die Aufsicht der Jungen führten Häftlinge. Kleinste Vergehen wurden mit zum Teil brutalen Strafaktionen geahndet, die Carl Panzram später als regelrechte Folterungen beschrieb. Auch sexueller Missbrauch der jugendlichen Zöglinge war an der Tagesordnung. In sämtlichen Jugendheimen, Besserungsanstalten und Gefängnissen, in denen er einsaß, traf er immer auf die gleichen brutalen, sadistischen Autoritätspersonen (kirchliche Heimleiter, Geistliche, Lehrer, Gefängnisleitung und -personal). Er stahl und raubte weiterhin und legte Brände, sobald die Gelegenheit günstig war. Dafür hatte er sich eine Methode ausgedacht, wobei das Feuer erst begann, nachdem er den Ort längst verlassen hatte.

In Panzram wuchs der Hass auf die Gesellschaft, auf die gesamte Menschheit inklusive sich selbst. In seinen Träumen zog er, endlich in Freiheit, durch die Lande, als Dieb, Einbrecher und Räuber, Feuer legend und mordend, sich gnadenlos an jedem für all das rächend, was ihm je angetan wurde. Später spielte er mit der Idee, Züge entgleisen zu lassen und entwickelte sogar einen "Masterplan", wie er einen Krieg zwischen Amerika und England anzetteln wollte.

Mit 13 Jahren flüchtete er aus einer Besserungsanstalt und begann seine Racheträume in die Tat umzusetzen, seine Spezialität waren Räubereien und insbesondere Einbrüche mit anschließenden Brandstiftungen, die bald zu seinem Markenzeichen wurden.
Er schloss sich einer Gruppe Hobos (Eisenbahn-Trampern) an und reiste quer durch die USA. Bei seiner ersten und einzigen sexuelle Begegnung mit einer Frau holte er sich eine Geschlechtskrankheit. Dies veranlasste ihn, seinen Geschlechtstrieb fortan nur noch auf Jungen und Männer zu konzentrieren. Nachdem er von Hobos betrunken gemacht und brutal vergewaltigt worden war, machte er auch das Saufen und Vergewaltigen zu seiner Passion.

Mit 16 meldete er sich freiwillig zum Militärdienst. Dort benahm er sich jedoch dermaßen undiszipliniert und legte sich mit seinen Vorgesetzten an, dass ihm dies 37 Monate im Militärgefängnis und eine unehrenhafte Entlassung einbrachte.
Panzram landete immer wieder im Gefängnis. Von seinen 39 Lebensjahren befand er sich kaum mehr als 12 Jahre auf freiem Fuß. Da er in immer mehr Bundesstaaten gesucht wurde, legte er sich wechselnde Aliasnamen zu und trieb sein Unwesen nicht nur in den USA. Er heuerte auf Frachtschiffen an, kam so nach Europa und bis nach Westafrika. Er soll in nahezu 30 Ländern gewesen sein. Bemerkenswert dabei ist, dass er auf seinen Reisen bzw. auf seiner Flucht gerne Museen besuchte, so soll er u.a. den Prado in Madrid besichtigt haben.

Seine Vergewaltigungen und Morde beging er an Jungen und Männern, egal welcher Hautfarbe. Er stahl in Virginia eine Yacht, überführte sie nach New York und heuerte dort nach und nach zehn Matrosen an, die er an Bord zuerst betrunken machte und ausraubte, dann vergewaltigte und anschließend erschoss und ins Meer warf. In Angola (Afrika) heuerte er für die Krokodiljagd acht Eingeborene an. Als sie auf dem Kanu mit dem Rücken zu ihm gewandt vor ihm saßen, knallte er sie nacheinander ab, missbrauchte einige von ihnen und warf sie den Krokodilen zum Fraß vor. Er behauptete später, dass ein paar der Männer noch am Leben waren, als er sie über Bord warf.

Später lauerte er einem etwa 12-jährigen afrikanischen Jungen auf, vergewaltigte ihn in einer Kiesgrube und brachte ihn anschließend um.
In Salem (Massachusetts) lockte er einen 12-jährigen Jungen auf ein abgelegenes Grundstück, vergewaltigte ihn nach seinen eigenen Angaben sechsmal, stopfte ihm Papiertücher in den Rachen und erschlug ihn mit einem Stein. Als er 1928 in Kansas wegen Einbrüchen und schweren Raubes verhaftet und zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt worden war, drohte er damit, dass er jeden, der ihm zu nahe käme, umbringen würde. Er beließ es nicht bei der Drohung, sondern erschlug in der Gefängniswäscherei einen sadistischen Wärter, der sich besonders darauf spezialisiert hatte, ihn zu quälen, mit einer Eisenstange.

Daraufhin wurde er zum ersten Mal wegen Mordes angeklagt und erhielt die Todesstrafe, die in Kansas extra seinetwegen wieder eingeführt wurde. In der Todeszelle sitzend traf er auf einen Wärter (Henry Lesser), der ihm Schreibzeug in die Zelle schmuggelte, woraufhin er begann, seine Killer-Memoiren zu schreiben. Henry Lesser war beeindruckt von der zynischen Offenheit dieses misshandelten Sträflings. Er war wahrscheinlich der einzige Mensch, der ihn je wohlwollend behandelte. Auf jeden Fall hat Panzram, der Gefängnispersonal besonders hasste und sich mit jedem Wärter anlegte, ihn nie angegriffen, obwohl er dazu des Öfteren Gelegenheit gehabt hätte. Mittlerweile litt Panzram an Depressionen, hatte Tobsuchtsanfälle und versuchte sich mit einer Rasierklinge umzubringen, was jedoch misslang.

Eine Menschenrechtsorganisation versuchte ihn vor dem Galgen zu retten und beantragte, die Todesstrafe in eine lebenslängliche Haftstrafe umzuwandeln. Als Panzram davon erfuhr, geriet er völlig aus dem Häuschen und bestand bei dem damaligen US-Präsidenten Herbert Hoover in einem zynisch-sarkastischen Brief vehement auf Vollstreckung seiner Todesstrafe.

Am 5. September 1930 wurde endlich seinem Wunsch entsprochen. Weil es ihm nicht schnell genug ging, waren seine letzten Worte an den Henker: "Beeil dich, du Bastard! Während du herumtrödelst, könnte ich ein Dutzend Männer hängen!"