Joseph Ernest Atkins
#   509
                USA

 

 

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Name  Atkins
Vorname  Joseph Ernest
Alias  
   
Tätertyp  Vatermörder
   
Gelebt von - bis  1947 - 1999

 

       

 

       

 

Geboren
Juni 1947
Geburtsort  
   
Tatzeitraum  31. Dezember 1969 / 27. Oktober 1985
Tatort  North Charleston,
Land, Bundesstaat  USA, South Carolina
Bezirk, Gemeinde  
Distrikt, Provinz  
   
Opfer
Seinen Halbbruder Charles, die Nachbarin Karen Patterson (13) und Adoptivvater Benjamin F. Atkins (75)
   
Ermordet
 3 (siehe Opfer) - erschossen
   
Verletzt  
   
Verhaftung am  
Urteil am  
Vollstreckung am  22.01.1999
Vollstreckungsort  South Carolina
Vollstreckungsart durch die Giftspritze
   
   

 

Straftat/en in Kurzform:

Joseph Ernest Atkins wurde in South Carolina am 22. Januar 1999 im Alter von 51 Jahren hingerichtet. Man hatte ihn zum Tode wegen Mordes an seinem Adoptivvater und einem jungen Mädchen in seiner Heimatstadt North Charleston im Jahr 1985 verurteilt.

Joe Atkins wurde schon in einem frühen Alter mit Gewalt konfrontiert. Als ungewolltes Kind einer Prostituierten adoptierte ihn das Ehepaar Benjamin und Gladys Atkins. Er erhielt häufige Schläge und verbale Tiraden von seinem Adoptivvater, der ihn mit rassistischen Beinamen wegen seiner dunklen Hautfarbe (seine Rasse ist unbekannt, möglicherweise teilweise African American) ständigen Beleidigungen unterzog. Joe Atkins wurde auch oft von seinem älteren Halbbruder Charles grundlos angegriffen. Bei solchen Angriffen hatte ihn Charles wiederholt verletzt, unter anderem - ihm in den Magen gestochen, Joes Kopf geöffnet (schwere Kopfwunde) indem er auf seinen Kopf mit dem Gewehrkolben einschlug, mit einem Pool Queue (langer, vorne leicht gerundeter Spielstock beim Billard) und einer Flasche auf ihn einprügelte.

Er wurde auch Zeuge wiederholter häuslicher Gewalt, einschließlich der Vergewaltigungen von seinem Adoptivvater gegen die Adoptivmutter Gladys. Joe Atkins glaubte, dass diese Brutalität gegen seine Adoptivmutter, die mit dem Kopf gegen Wand und Boden geschlagen wurde Auslöser für den Gehirntumor war an dem sie starb als er 15 Jahre alt war.

Joe Atkins wurde zum Militär einberufen, um im Vietnamkrieg zu kämpfen. Zu diesem Zeitpunkt war er etwa 21 Jahre alt. Im Kampf an der Grenze zu Kambodscha und Laos, erlebt er angeblich als Zeuge extreme Gewalt. Er sah wie Menschen getötet und verstümmelt wurden und hörte von Kameraden welche beteiligt waren, dass man gefangengenommen zu Tode gefoltert hatte. Nach seiner Rückkehr im Oktober 1969 wurde er zum Vietnam Campaign Medal, die Vietnam Service Medal und die National Defense Ribbon verliehen.

Drei Monate später, am 31. Dezember 1969, tötete Joe Atkins seinen Halbbruder Charles, nachdem dieser ihn heftig angegriff. Beide hatten vorher mächtig getrunken. Angesichts dieser Umstände wollte sein Verteidiger nach dem Plädoyer mit dem Staatsanwalt vereinbaren, dass ein Totschlag angemessen sei. Jedoch aufgrund der schlechten Verteidigung, brach das Plädoyer vor Gericht jedoch zusammen. Atkins hatte unwissentlich dem Richter glaubhaft zu machen versucht, dass es Notwehr hätte sein können. Der Versuch scheiterte auch aufgrund Atkins unzureichendem Verteidiger. Joseph Ernest Atkins wurde wegen Mordes für schuldig befunden und zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Prozess dauerte einen Tag.

Joe Atkins wurde 1980 auf Bewährung entlassen. Mit dieser Vorstrafe und seinen posttraumatischen Belastungsstörungen (PTSD) aus seiner Erfahrung in Vietnam, kämpfte er um ein neues Leben und die Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Aber er schaffte es nicht – er wurde zum Alkoholiker.

Atkins, der mit seinem Vater lebte, war ständig wütend auf seinen nächsten Nachbarn, wie Zeugenaussagen ergaben. Nach einer durchzechten Nacht am 27. Oktober 1985 war er im militärischem Outfit gekleidet, sowie einer Machete, einer abgesägten Schrotflinte und einem Revolver bewaffnet in das Nachbarhaus eingebrochen. Zunächst erschoss er Karen Patterson, die 13-jährige Tochter seines Nachbarn mit der abgesägte Schrotflinte, während sie im Bett war. Anschließend jagte er ihre Mutter zurück zu seinem Haus, wo er dann Benjamin Frank Atkins, 75 erschoss. Dieses Verhalten gibt möglicherweise Hinweise auf eine plötzliche PTBS Rückblende.

Bei seinem Prozess im Jahr 1986, war die einzige erschwerende Tatsache, dass er bereits wegen einer früheren Verurteilung wegen Mordes (also ein Kapitalverbrechen) vorbelastet war. Ohne diese, oder er wäre im Jahre 1970 nur wegen Totschlags verurteilt worden, bekäme er nicht die Todesstrafe. Sein Strafverteidiger, der keine Erfahrung mit einem solchen oder ähnlichen Fall in South Carolina aufweisen konnte, hat auch nicht einmal während des gesamten Prozesses die Möglichkeit angesprochen, ein Urteil von "schuldig, aber geisteskrank" (wegen einer seelischen Krankheit oder Störung, fehlt einer Person der Verstand das Gesetz zu befolgen). Es schien, als ob die Anwälte entweder nichts von dem Gesetz hielten, bzw. sie 1984 für dieses Urteil waren, oder dass Joe Atkins ein geeigneter Fall für sie war.

Joe Atkins anschließende Todesurteil wurde wegen eines Formfehlers zwar aufgehoben, aber im Jahr 1988 wurde er dennoch zum Tode durch eine Jury, die nicht das gesamte Spektrum der entlastende Beweise in ihre Untersuchungen einbezog. Atkins Anwälte bemühten sich nicht einmal die Hintergründe in vollem Umfang zu untersuchen. Allerdings mussten die Gutachter nun zugeben, dass ihre ursprünglichen Diagnosen über Atkins fehlerhaft waren, weil sie nicht im Besitz aller Fakten über die Erziehung oder die Auswirkungen seiner Kriegserfahrung waren.

In South Carolina hat der Gouverneur die Macht, Gnade zu gewähren. Die letzte Person an der im Staat South Carolina die Hinrichtung vollzogen worden war, war Andy Lavern Smith am 18. Dezember 1998. Er war der 500. zum Tode verurteilte Häftling in den USA seit die Hinrichtungen, im Jahr 1977, wieder aufgenommen worden waren.

Ein Gnadengesuch wurde von Gouverneur Jim Hodges verweigert. Joseph Ernest Atkins gab kein letztes Statement ab. Auch von seinen Angehörigen war bei seiner Hinrichtung niemand anwesend.